Donnerstag, 19. November 2015

Besuch der Sammlung - Anna Setz - Collection

An einem regnerischen Novemberabend traf sich unser Sammlerkreis mal wieder, um die
Sammlung Anna Setz in der Nähe von Dortmund zu bestaunen.
On a rainy November evening our collectors' circle met again at the Collection of Anna Setz. 


 Aus Platzmangel sind viele der Schätze gut verstaut, aber jedes Mal erwartet uns eine besondere Präsentation. Wegen der frühlingshaften Temperaturen hatten sich bei niemandem winterliche oder weihnachtliche Gefühle eingestellt und so gab es zwei für uns aufgebaute Szenen aus der Freizeitkultur: 
ein Ausflugsziel mit Peddingrohr-Karussell und Rattan-Sitzgelegenheiten, Spielgeräten ...

Most of the collection is safely stored away because of space issues but each time we come a special treat waits for us. Because of the warm November temperatures we admired two late autumn scenes of the 50s and 60s.

 ... einer Theke...

Toy counter, 
combination plastic and aluminium materials, supplied with 3 miniature glasses and bottles in an attractive colourful box


"Die Kindertheke"



 ... und einer alten Litfasssäule aus Plastik, die auf Ausflugsziele in der DDR hinweist.
Advertising for holiday destinations in East-Germany on a plastic pillar.

Hier ist noch ein weiteres Foto der >>>Theke für einen Biergarten
Und hier die Werbung für das Puppenkarussell von 1954
von der Firma >>> F. Otto aus Coburg
Ads above are for the toy counter and the roundabout





 Der andere spätherbstliche Ort zur Freizeitgestaltung ist ein Campingplatz, auf dem das Puppenzelt mit Zubehör von "Korbi", d.h.
Karl Schreiter, Annaberg-Buchholz 2 (Erzgebirge),
aufgebaut ist - sogar Luftmatrazen gehören zur Originalausstattung.
Daneben steht ein sehr rarer Campingwagen, hergestellt von Moritz Gottschalk Ende der 1960er Jahre.

The second scene takes us to a camping park of the 60s, perhaps near a lake? 
A tent with many accessories and the original box and surprisingly a wooden camping car made by Moritz Gottschalk at the end of the 60s.



Wieder bekam ich Gelegenheit, noch viele schöne Fotos zu machen, von denen ich in späteren Posts bestimmt noch mehr zeigen werde. Aber hier schon mal eine Auswahl.


 Rot-Weiß
Erzgebirgische Puppenmöbel und Zubehör, der Barwagen wurde von >>>Edmund Müller hergestellt.
Red and white - wooden furniture made in the Ore Mountains, the drinks cabinet was made by Edmund Müller.


Der Zeitungshalter ist ebenfalls selten zu sehen.
Old and tiny wall holder for newspapers and journals made of wood. 


Eine EMS-Küche aus Holz und Plastik von Mitte der 1960er.
Kitchen by EMS, VEB Niedersaida.


Besonders schön ist der Küchenstuhl.
Terrific wooden kitchen chair of the mid-60s by EMS.
Hier ist ein Foto der kompletten Stube von >>>Moritz Gottschalk


Und natürlich meine Lieblingspuppen, die Cacos.

Fast wie eine Modenschau von respektablen Damen aus der ersten Hälfte der Dreißiger Jahre.
Looks like a catwalk of the 30s - so many respectable ladies made by Fritz Canzler und Franz Hoffmann, called CaHo before WWII.

Die Knickerbocker-Herren sind von Anfang bis Mitte der Fünfziger.
Catwalk for mid-50s men, Caco dolls, all wearing the same kind of felt trousers.

 

Die Schürzen-Mode änderte sich abrupt gegen Ende der Fünfziger.

Die Dame links ist mir ein kleines Rätsel - ist der Kopf ein Versuchsmodell? Diese Kopfform, diese Frisur ist einzigartig.
Apron catwalk


Auch für mein neues Forschungsgebiet, die Puppenhausleuchten, konnte ich viele Bilder mit nach Hause nehmen.
German Dolls house lighting firms




Diese beiden Modelle sind aus aus den 50ern,
Hersteller: Albert Richter in Philippsburg/Baden, eine traditionsreiche Firma aus Sachsen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen übersiedelte. In Meerane/ Sachsen firmierte sie unter Max Hahn. Später nannte Richter seine "elektrischen Kleinbeleuchtungen" auch "Hahn Spielzeug-Leuchten" mit dem ovalen Logo eines Hahns vor einem leuchtenden Weihnachtsbaum.


Modelle aus der DDR von "Feinmetall", Eppendorf. Die zweite große Firma für Puppenstubenlampen in der DDR war nach dem Krieg nur noch Rudolf Süß.

"Feinmetall", Eppendorf

"Feinmetall", Eppendorf

Aren't they cute? I am always expecting them to start walking any minute...

"Feinmetall" Holz- und Metallspielwarenfabrik Herbert Rülke, Eppendorf


Und hier kommen noch zwei schöne Ergänzungen zu meinem
 >>>letzten Beitrag über die BECO-Leuchten:



BECO - stylisches Lochmuster in 4 Farben, für die Decke und für den Nachttisch.


BECO
noch ein Lampenset für Nachtschränkchen.

Mehr Fotos aus der >>> Sammlung Anna Setz
The Anna Setz Collection >>> flickr

Freitag, 13. November 2015

Lampen - BECO - lamps

"Licht für kleine Welten" 

Light for small worlds

Bering & Co., BECO 

Nürnberg 1941-1973





Schon 1891 wurden auf der "Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung" in Frankfurt am Main auch elektrische Lampen für Puppenstuben gezeigt und bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Licht auch in Kaufmannsläden, Apotheken, Puppentheatern, Pferdeställen und den Bahnhöfen der Modelleisenbahnen üblich. Alles, was sich in der "großen Architektur" abspielte, sollte sich auch im Kleinen wiederholen, also gab es für die Jungen Bogenlampen, Straßen- und Automobil-Laternen, und für die Mädchen Steh-, Wand-, Tisch- und Deckenlampen. Die Lampenschirme waren aus den verschiedensten Materialien: Kunstharz, Seidenstoff, Perlfransen, Glas, Porzellan, Celluloid oder Papier. Von Anfang an entsprachen die Miniaturbeleuchtungen bis aufs Kleinste den wirklichen Beleuchtungskörpern und sollten dem Spielzeug eine "verblüffende Natürlichkeit" verleihen.
Zwischen den zwei Weltkriegen wurde die Elektrifizierung weiter vorangetrieben, so dass eine Spielzeugzeitschrift 1928 behaupten konnte, eine Puppenstube würde Kindern nicht gefallen, wenn sie sie nicht beleuchten könnten, denn Kinder wollten die Errungenschaften der Technik auch in ihrem  Reiche haben. Anfang der Dreißiger Jahre führte jedes Elektrogeschäft Puppenstubenlämpchen in seinem Sortiment.

>>>Englisch version


BECO
Couch-Leselampe aus Holz mit "Pergamyn" oder mit "Cellonschirm" oder mit "Cellon und Seide".







links unten: Sammlung Borbeck

Die Fünfziger Jahre

Zunächst knüpfte man an die Vorkriegserrungenschaften an. Ein Werbefoto aus dem Jahr 1950 preist ein mehrstöckiges Puppenhaus an, das mit elektrischem Fahrstuhl und Beleuchtung aufwarten konnte. Viele Mädchen hatten bald wieder ein hell erleuchtetes Puppenhaus. Von einfacher Küchenlampe bis zum Kronleuchter, von Lampen mit Hausbar bis zu beleuchteten Kaminen, Öfen, Radios und Miniaturweihnachtsbäumen gab es viele Einsatzmöglichkeiten für die kleinen Glühbirnen.


 Sammlung Gronau

Lochmuster 

Sammlung Borbeck

Sammlung Anna Setz






BECO


Die Stehlampe mit dem ungewöhnlichsten Design.

Zum Größenvergleich: ein Caco-Junge.
Scale

Die Wohnzimmer der Eltern in den Fünfziger Jahren waren selten im neuen Look eingerichtet. Die Töchter konnten dagegen in der Puppenstube die sehr gewagten und verspielten Designs ausprobieren. Auch die Lampen wurden in verschiedensten modernen Formen dem neuen Wohnstil angepasst. 

Sammlung Borbeck

 Die Lampen mit den farbigen Tuben gab es auch als Hängeleuchten, 2-flammig, 3-flammig, 5-flammig, wobei die Tuben dann entweder nach unten oder nach oben geöffnet waren.


 Sammlung Katharina

Die elektrischen Puppenstubenlampen funktionierten mit 3,5 Volt Birnen.






 


Die Tütenlampe ist genau wie der Nierentisch ein Symbol für das Design der Fünfziger. Durch die neuen Materialien (Kunststoffe, flexible Schläuche) war sie nicht teuer, sie spendete ein gemütliches und verstellbares Licht und ihre asymmetrische Form verkörperte die angestrebte elegante Extravaganz dieser Epoche.




Sammlung Anna Setz



Nachttischlampen - nur das Material und die Farben weisen auf die Fünfziger hin.










1971


1973 wurde die Firma Bering von der Firma Beli übernommen.
>>> Licht für kleine Welten 
>>> Technik für kleine Welten

1962


Puppenhauslampen - Lampen für die Puppenstube - Puppenhaus-Leuchten - Puppenlampen

Donnerstag, 5. November 2015

Puppenmanufaktur Erna Meyer: Firmengeschichte

Puppenmanufaktur Erna Meyer
English Translation by Rebecca Green in Dolls Houses Past & Present 

    Foto: Gabriele John von Freyend

2.2.1924 Erna Meyer wird in Peißenberg geboren, über Gauting geht die Familie nach München. Sie besucht die Volksschule, das Mädchenlyzeum, die Frauenfachschule und die Fachschule für Kindergärtnerinnen, die sie im März 1943 mit der "Befähigung als Kindergärtnerin tätig zu sein" abschließt. Eine Arbeit bekommt sie während des Krieges nicht.

Foto: Gabriele John von Freyend

1943 bastelt sie ihren Eltern zum 20. Hochzeitstag ein Puppenpaar. Weiter Puppenkinder entstehen, die für die Kinder im Verwandten- und Bekanntenkreis gedacht sind.
Sept 1945 Die Amerikaner sind in München und Erna Meyers Tante arbeitet als Dolmetscherin für die Besatzungsmacht. Es gelingt ihr, Trachtenpuppen an die Soldaten zu verkaufen, die auf diesem Wege schon früh nach Amerika kamen. Gemeinsam mit Freundinnen bastelt Erna Meyer in der Romanstraße 3 im 3. Stock ihre Püppchen.

Foto: Gabriele John von Freyend

4.10.1945 Gründung der Firma von „Frl.“ Erna Meyer als Puppenwerkstätte „Liliput“ in der elterlichen Wohnung: „Kunstgewerbliche Puppenanfertigung aus Stoff“.


 
 Foto: Gabriele John von Freyend

Es geht auf Weihnachten zu und Erna Meyer darf  in der Ausstellungsvitrine der Apotheke gegenüber ihre Puppen ausstellen. Ein Nikolaus und ein paar Kinder werden in Szene gesetzt und an einem der darauffolgenden Tage zum Verkauf in der Wohnung angeboten. An diesem Tag versammeln sich viele Menschen im Treppenhaus und wollen Lebensmittel gegen Puppen tauschen.
Körper aus Draht, der mit Krepppapier umwickelt war, darüber Trikotstoff. Anfänglich einfache Materialien wie Blumendraht, Wolle, Papier, Flachs, ein Flokatiteppich für die Perücken, ausrangierte Kleidung für Puppenkleidchen. 

Foto: Gabriele John von Freyend

Erste Puppen mit Pappmaché-Kopf aus einem ungeformten Oval mit angedeuteten Gesichtskonturen, der mit Stoff bezogen war, Ohr aufgestickt, Bemalung minimalistisch: 2 kleine Punkte für die Augen, 2 für die Nase, 1 größerer für den Mund. Haare zunächst aus Flachs. Die Beine waren je nach Strumpffarbe mit farbigem Faden umwickelt. Bei Kindern nur bis Söckchenhöhe. Frisuren nach der Mode, Mädchen mit Zöpfen, Affenschaukeln, Dutt, Pferdeschwanz, Bubikopf. Mittelscheitel in Haartresse eingenäht.
1948  Nach der Währungsreform geht die Nachfrage zurück.

Foto: Gabriele John von Freyend

1948  Der Kopf der Puppen bekommt Kontouren.  >>>frühe Puppen ohne Pappsohlen
          
Foto: Gabriele John von Freyend

1949 Oktober, >>>Anzeige in „Das Spielzeug“: Liliput-Püppchen. Biegsam in jede Stellung, 12 cm groß. Die niedlichen Kleider für Puppenstube und Puppenschule. Fordern Sie Mustersendung 5 Püppchen DM 8,50 einschl. Porto
1949 lernt Erna Meyer ihren späteren Mann auf dem Oktoberfest kennen.
1950 Teilnahme an der ersten Nürnberger Spielwarenmesse, Unterstützung von Käthe Kruse, auch dadurch hatte die kleine Firma wieder Erfolg. Zwei Jahre später schenkte Käthe Kruse Erna Meyer ihre Biografie "Das große Puppenspiel" mit der Widmung "der großen kleinen Konkurrentin".


Foto einer Puppenschule in „Das Spielzeug“.
>>>Puppen von 1950
Der Kopf aus Pappmaché wird nun in Formen gedrückt, getrocknet, Vorder- und Hinterkopfteil über einer Wattekugel zusammengefügt, mit Gesichtsstoff überzogen, bemalt und lackiert. Änderung der Schuhe: bis dahin wurde eine Fußschlinge mit Watte und Stoff umwickelt, so dass der Schuh eher einem Klumpfuß ähnelte. Ab 1950 wurden die Stoffschuhe mit Pappsohlen versehen, damit die Puppen stehen konnten. Die Pappsohlen wurden mit einer Stanze hergestellt. 
 
 
Sammlung: www.puppenhausmuseum.de
Fotos: diePuppenstubensammlerin

 

Arme und Beine waren mit einem hautfarbenen Perlontrikot überzogen, der per Hand an der Rückseite mit feinsten Stichen zusammengenäht wurde.

 


Sammlung Katharina

 
Foto: Gabriele John von Freyend
1950- ca. 1960 Knie-Kappen 

1950er bis 1960er auch Maskottchen-Puppen als Geschenkartikel. Auf der ersten Preisliste stehen 

 

Matrosen, 
Holländer und Cowboy. Später auch der Clown, Fasching,
 
Foto: Gabriele John von Freyend
Vagabund, 

Sammlung Katharina
Putzmädchen,
Bergsteiger, Holzfäller, Teufel, Gärtner, Studenten in Wichs, Sträfling mit Eisenkugel, Hl. Drei Könige, Struwwelpeter, Sandmännchen, >>>Beatles, Olympiade; auch regionale Persönlichkeiten, wie Nusch's Meistertrunk aus Rothenburg ob der Tauber, Münchner Kindl, Hamburger Hummel-Hummel Figur, Baron Münchhausen, Till Eulenspiegel,

 

 

Rattenfänger von Hameln


Märchenpuppen
Max und Moritz, Hänsel und Gretel und Hexe, Zwerge

 Heidi und Peter
Spielzeugmuseum Nürnberg

Motivpuppen, Serviererin, Großeltern, Kranken/Kinderschwester, Hochzeitspaar, Malerin, Schornsteinfeger, Indianerspiel, >>>Tennisspielerin, Skifahrer, Kinder mit Schlitten.


Groteske Tierfiguren, stehen auch auf der ersten Preisliste
1951 Schulmöbel im Angebot, die nicht von Erna Meyer hergestellt wurden
Anfang 1950er Sohlen aus Pappe, damit die Puppen besser stehen können. Frühe Stoffschuhe hatten noch keine Pappsohle. Haare aus Mohair. Maßstab 1:10 bis ca. 1957
1952 >>>Anzeige in „Das Spielzeug“: Liliput-Biege-Püppchen sind mehr als Puppen! Lebendiger Ausdruck. Geschmackvolle Aufmachung. Erstklassige Ausführung. Puppenstubenpüppchen, Trachtenpüppchen, Puppenschulen
In redaktionellen Teil: Biegepüppchen in lebensechter künstlerischer Ausführung, modisch und vielseitig gekleidet, teilweise zum An- und Ausziehen. Größe 9 bis 16 cm.
>>>1952er Puppen


1954 Erste „spiel gut“-Auszeichnung
1954 „Das Spielzeug“ im redaktionellen Teil: auch als Automaskottchen zu verwenden. Adresse immer noch auf der Romanstr.3
1955 heiratete Erna Meyer Friedrich Bernhard Bethge und hieß fortan Erna Bethge.
Das Branchenjournal "Das Spielzeug" meldet: "Im Oktober 1955 vermählte sich Erna Meyer, die Inhaberin der Puppen-Manufaktur, München 38, Nördl. Auffahrtsallee 46, mit Herrn Bethge. Wir entbieten hier nochmals unsere Glückwünsche und wünschen dem Unternehmen, das unter dem bisherigen Firmennamen, Puppen-Manufaktur Erna Meyer und der bisherigen Firmenanschrift weitergeführt wird, auch für die Zukunft besten Erfolg."
Seit mindestens 1959 Umzug innerhalb Münchens auf die Hirtenstr. 24, dort blieb die Firma bis mindestens 1973, die nächste Adresse ab mindestens 1999 war die Marsstr. 21 in München. Der Katalog von 2005 gibt Dachau als Firmensitz an. Seit 2013 ist die Puppenmanufaktur in Sulzemoos.



1955 „Das Spielzeug“ im redaktionellen Teil: Trachtenpuppen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, vollkommen aus Stoff, handgearbeitet, auch als Automaskottchen. Auf Wunsch werden Puppen in jeder beliebigen Tracht angefertigt.
Erna Meyer, München 38, Nördliche Auffahrtallee 46.
Im Februar >>>Anzeige mit Clown-Puppe

 
Foto: Gabriele John von Freyend
 Puppen vom Umschlagfoto des Bilderbuchs "Im Puppenhaus"


1956 Sohn Michael wird geboren



1957 Puppen in 4 Größen: Erwachsene 15 cm, Kinder 8,5 und 11 cm, Babys 6 cm
= Maßstab 1:12.
>>>1957 Erna Meyer Puppen in Bodo Hennig Werbung für Hollywoodschaukel

Foto: Gabriele John von Freyend

Produktlinie: „Szenen“, z.B. Zelt mit Schlafsack, Indianerspiel, Federschmuck, Cowboykleidung. Sport: >>>Tennisspielerin(Schläger und Ball), >>>Skifahrerin (Skier und Stöcke), Schlitten. Puppe in Unterwäsche mit Koffer voller Kleidung. Die Kleider haben weiße Druckknöpfe.
1957 laut Preisliste auch 20 cm große Puppen, 7 Trachten aus Oberbayern, Mainfranken, Schwarzwald, Hessen, Niedersachsen, Brandenburg. Es wurden auch 12-cm-Puppen in Trachtenkleidung der Schweiz, Ungarn, Slowakei, Italien, Schweden, Russland gefertigt (bis 1967)
1957 bis 2000 auch ca. 1:14 Puppen, "Serie 0", Erwachsene 12 cm, Kinder 8 cm.
1957 ca., Änderung des Markennamens Liliput (Modelleisenbahnhersteller aus Wien hatte ältere Rechte auf den Namen „Liliput“), danach „Ermey-Biege-Puppen“.

Fotos / Photos: Horst van Moers


 

1958 Tochter Gabriele wird geboren

 

Foto: Gabriele John von Freyend

1960 ca., hautfarbener Trikotstoff aus Baumwolle wird mit der Nähmaschine zu einem Schlauch genäht und über Arme und Beine gezogen, die nicht mit Kleidung bedeckt sind. Die Polsterung darunter war immer aus Papier. 


 
Sammlung Anna Setz
 

1.9.1961 Patentanmeldung Nr. 551792 für Kopf aus porösem quellbarem Polystyrol, das in kochendem Wasser aufbläht. Dazu wurde das rohe Styropor in spezielle Formen eingefüllt, eine Drahtschlinge eingelegt, die Form geschlossen und an eine Halterung gehängt, die ein kochendheißes Wasserbad durchlief, in dem das Styropor dann aufquoll. Diese Erfindung beruhte auf den Ideen von Ernas Vater, der aber 1962 starb und nicht daran weiterarbeiten konnte.

 Bodo Hennig Puppenhaus und Puppenmöbel mit Erna-Meyer-Biegepuppen in einem Spielzeugprospekt

Bis 1960er 2 Linien als Augenbrauen für die Erwachsenen, Augen mit großer runder Pupille und weißer Iris
Anfang 1960er bis 1980er Jahre gab es diese Styropor-Köpfe, für die keine teuren Maschinen benötigt wurden. Die Köpfe dieser zweiten Periode haben anmodellierte Ohren und Nasen, sie waren kantig, später etwas weniger. Die Bemalung erfolgte immer per Hand. 


Vater und Mutter aus dem amerikanischen Bilderbuch "The Doll Family"

1962

1960er Jahre Export nach USA
>>>vor 1965 Mädchen mit Garderobe

 
um 1965 Puppenfamilie im Originalkarton

Sammlung Anna Setz

Erna-Meyer-Verkaufstand auf der Puppenbörse in Ratingen 2014

 
Sammlung Bruchsal

 
Marcie Tubbs 
1971 - 1985 Puppenserie 1:17 evtl. für Lundby-Häuser, Kunststoffköpfe mit anmodellierter Frisur und Plastikhänden, große Stückzahlen in die USA exportiert
1970er Kinder Gabriele (Oktober 1977) und Michael treten in die Firma ein.

Sammlung Borbeck
1973 Anzeige in „Das Spielzeug“: Familienglück im Puppenhaus, 8 München 2, Hirtenstraße 24. Puppen mit Stoffschuhen
1973 ABC der dt. Wirtschaft: Puppenmanufaktur Erna Meyer,  Hirtenstraße 24, 8000 München 2
1975 Baumwoll-Umwicklung wird durch hautfarbenen Schaumstoff ersetzt, Kinder haben keine gemalten Augenbrauen mehr

 

Mitte der 70-er Jahre Wechsel von Stoff- zu Plastikschuhen. Der Übergang erfolgte 'fließend', d.h. das noch vorhandene Material wurde langsam aufgebraucht, bevor nach und nach alle Modelle mit den Spritzguss-Schuhen ausgestattet wurden. Eine weitere Veränderung vollzog sich dann bis
Anfang der 80-er Jahre, nach und nach Umstellung von eigengefertigten Styroporköpfen auf Spritzguss
>>>1978er Puppen 
>>>1980er Puppen
1982 - 1994 Serie 1:17
1983 erste Enwürfe von Gabriele John von Freyend gehen in Serie
>>>1985er Puppen
>>>1985er Puppenfamilie
>>>Künstlerpuppen 
1988 Zusammenarbeit mit der Firma Bodo Hennig, ein alter Freund des Ehepaars Bethge. Es wurden Puppen produziert, die nur von Hennig verkauft wurden. Der größte Einzelauftrag der Puppenmanufaktur.
Tochter Gabriele von Freyend entwarf die Modelle einer Sonderserie für die Bodo-Hennig-Objekte „Villa Klassik“ und „Landhaus“, Maßstab 1:10 und 1:12

 1990

 
1990

 
 1991

 1992

1995 Historic-Serie zum 50-jährigen Jubiläum, 1:12 passend zu Sammlermöbeln z.B. Mini Mundus
1996 Tod von Erna Meyer (23.11.)
 
 1997

1998 Tod von Friedrich Bethge

 
 1999

 
2001
2003 handgefilzte Miniaturteddys für die Puppenstubenpuppe
2005 Puppenserie 1:24
2007 >>>Anzeige
2014 Teilnahme an einer Wanderausstellung von ca. 150 deutschen Manufakturen, die 3 Jahre lang rund um die Welt geht, veranstaltet vom Berliner Museum "Das Direktorenhaus".
2015 Porzellanbiegepuppen in moderner Kleidung

Marcie Tubbs


Gabriele John von Freyend   -  Puppenmanufaktur erna meyer im Gut Schloss Sulzemoos
Hirschbergstrasse 10               85254 Sulzemoos
Tel.: 08135/9947575 Fax: 08135/9947576 Mobil: 0171 4521365


Literatur (chronologisch):
  • Jubiläum – 50 Jahre.   In: Cieslik’s Puppenmagazin 9.1995, Heft 3, S. 102-105
  • Schrey, Karin: Puppen, die aus dem Rahmen fallen : 60 Jahre Puppenmanufaktur Erna Meyer
  • Die Geschäftsidee : 60 Jahre Puppenmanufaktur Erna Meyer. In: 1 zu 12 2006, 27, S. 13-17
  • Tubbs, Marcie und Bob: Dollhouse and Miniature Dolls 1840-1990. Atglen: Schiffer 2009
  • Köhler, Swantje: Kleine Konkurrentin: Puppenstuben-Puppen aus der Erna-Meyer-Manufaktur.  In: Puppenmagazin 2012,2  S.68-73
  • Freyend, Gabriele John von: 70 Jahre Puppenmanufaktur erna meyer. Vortragsmanuskript vom 21. 10. 2015, im Stadtmuseum Ratingen, Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde e.V.